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Die Webpräsenz von Unternehmen und Marken ist wichtiger denn je. Das traditionelle Branding, welches auf analoge Kommunikationsformen zurückgreift, reicht nicht mehr aus, um die anspruchsvollen und technisch versierten Interessenten und Kunden für sich zu gewinnen. Ihre persönlichen Prioritäten und Kaufgewohnheiten haben sich stark verändert. Sie machen die Markenbildung und -pflege zu den entscheidenden Unternehmensaktivitäten, die zusätzlich zum strategischen und operativen Marketing unternommen und kontinuierlich an neue Marktanforderungen angepasst werden müssen. Die darunter folgenden Denkanstöße helfen weiter, für die Zukunft von Unternehmen und Marken auszurüsten.

Branding versus Marketing im Netz
Digitales Branding und digitales Marketing werden gelegentlich irrtümlich als Synonyme betrachtet, obwohl sie ihren Schwerpunkt auf unterschiedliche Aspekte legen. Beide Unternehmensaktivitäten finden im Internet statt und sind durch eine zielgruppenorientierte Ausrichtung gekennzeichnet. Die Unternehmen und Marken interagieren mit den Interessenten und Kunden durch digitale Kommunikationskanäle, indem sie ihr wahres Interesse und Aufmerksamkeit gewinnen wollen. Was das Branding und Marketing im digitalen Raum voneinander unterscheidet, sind andere Motive und Zielsetzungen.

Eine onlinebasierte Markenbildung und -pflege ist primär darauf ausgerichtet, positive Assoziationen gegenüber den Unternehmen und Marken zu wecken, die sich in weiterer Folge in einer starken Reputation widerspiegeln. Mit Hilfe von Branding Maßnahmen lässt sich ein hoher Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit gewinnen, der vor allem für neu eingeführte Produkte und Dienstleistungen von essenzieller Bedeutung ist. Aus einem offenen und partnerschaftlichen Dialog mit den Interessenten und Kunden entwickelt sich eine fundierte Vertrauensbasis, die zur nachhaltigen Markenloyalität maßgeblich beiträgt.

Im Gegenteil zum digitalen Branding konzentriert sich digitales Marketing darauf, neue Kunden zu erreichen und den Online-Verkauf anzukurbeln. Zu diesem Zweck wird eine Reihe von Aktivitäten unternommen, die mit der Marketingstrategie von Unternehmen und Marken konform gehen. Dabei dürfen die 4Ps des Marketing-Mix nicht außer Acht geraten. Der von E. Jerome McCarthy im Jahr 1960 präsentierte Marketing-Mix setzt sich aus der Produktpolitik (eng. Product), Preispolitik (engl. Price), Distributionspolitik (engl. Place) sowie Kommunikationspolitik (engl. Promotion) zusammen.

Corporate Identity für Markenimage
Ohne Corporate Identity gibt es kein einheitliches Erscheinungsbild, welches zu einem positiven Image von Unternehmen und Marken beiträgt. Des Weiteren lässt sich unterscheiden zwischen dem äußeren und inneren Erscheinungsbild, welches für den stimmigen Gesamteindruck bei den Interessenten und Kunden sorgt. Dies ist der Grund, weshalb die Unternehmen und Marken alle möglichen Einflussfaktoren bei der Erstellung einer Corporate Philosophie in Betracht ziehen sollten. Andernfalls riskieren sie, dass ihr Image undeutlich und verschwommen bleibt.

Corporate Philosophie kommt in einer täglich gelebten Unternehmenskultur zum Ausdruck. Sie ist die DNA von Unternehmen und Marken und darf sich daher nicht darin erschöpfen, dass sie im öffentlichen Markenbuch ein Bündel von Werten und Verhaltensweisen zusammenfasst. Denn Corporate Philosophie erfüllt nur dann ihren Zweck, wenn sie den Interessenten und Kunden einen realen Mehrwert bietet. Sie wird durch die Instrumente der Unternehmensidentität definiert, wobei Corporate Behaviour, Corporate Communication und Corporate Design eine besondere Bedeutung zukommt.

Die Art und Weise, wie ein positives Markenimage aufgebaut und gepflegt wird, hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Während in der Vergangenheit die höchste Produkt- und Servicequalität und eine langjährige Tradition als vorrangige Faktoren für eine positive Wahrnehmung von Unternehmen und Marken galten, treten heute neue Aspekte hervor, welche genauso wichtig sind. Hier angesprochen sind vor allem subjektive Erwartungen und emotionale Erlebnisse, die unabhängig von Qualitätsfragen zur persönlichen Bewertung von Unternehmen und Marken herangezogen werden.

Digitale Transformation der Kunden
Die Unternehmenswelt erlebt derzeit einen tiefen Wandel, der auf die fortschreitende Digitalisierung und den Drang nach unbegrenzter Mobilität zurückzuführen ist. Die Interessenten und Kunden sind so selbstbewusst und gut informiert wie nie zuvor. Sie wünschen sich eine direkte und dialogorientierte Kommunikation auf Augenhöhe, die zunehmend online stattfindet. Überdies wandern sie schnell zur Konkurrenz ab, wenn ein gewähltes Verkaufsangebot ihren individuellen Wünschen nicht gerecht wird. Damit werden die Kunden zu den Partnern, die geschäftsbezogene Entscheidungen beeinflussen.

Sie determinieren unter anderem den auf Langzeit angelegten Prozess der Markenbildung und -pflege, indem sie wertvolle Hinweise und Kritik geben. Die digitalen Dialog- und Beteiligungsformate erweitern den direkten Kontakt in der realen Welt und schaffen Raum für einen offenen Austausch. Dieser zeichnet sich durch Spontanität und Schlagfertigkeit aus, insbesondere wenn er in den sozialen Netzwerken geführt wird. Mittlerweile sind auch die Bewertungsportale wie Amazon, Yelp und Co. zur wichtigen Informations- und Analysequelle für alle beteiligten Seiten geworden.

Eine wachsende Anzahl von digitalen Kommunikationskanälen macht das Markenmanagement komplexer. Alle Elemente der Corporate Identity müssen aufeinander abgestimmt sein, um ein einheitliches und zugleich überzeugendes Gesamtbild von Unternehmen und Marken zu vermitteln. Interessanterweise erfolgt Corporate Communication mittels Werbung und Öffentlichkeitsarbeit nicht nur nach außen in Richtung Kundenbindung, sondern auch nach innen, um die Mitarbeiterloyalität zu stärken. Das Gleiche betrifft auch Corporate Behaviour und Corporate Design als weitere entscheidende Aspekte der Unternehmensidentität.

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Erfolgsfaktoren im digitalen Raum
Die Wettbewerbskraft von Unternehmen und Marken hängt nicht allein von deren Innovations- und Anpassungsfähigkeit ab. Auch die Webpräsenz ist ein wichtiger Eckpfeiler für den wirtschaftlichen Erfolg, welchen neben stabilen Umsätzen die Kundenzufriedenheit und -loyalität bestimmen. Das Internet ist ein anspruchsvolles Medium, mit dem die Unternehmen und Marken vertraut werden müssen, wenn sie mit dem Geist der Zeit gehen und der wachen Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein wollen. Es folgen ein paar praktische Tipps, die als Inspiration bei der Gestaltung des Webauftritts dienen können.

Tipp 1: Logo als Gesicht der Marke
Das Logo als unentbehrlicher Teil von Corporate Design muss eine Reihe von Kriterien erfüllen, um einen positiven Beitrag zum Erfolg von Unternehmen und Marken leisten zu können. Zuallererst besteht seine Rolle darin, ein nicht kopierbares Alleinstellungsmerkmal (engl. Unique Selling Proposition, USP) zu unterstreichen und so einen bedeutsamen Unterschied zu den Wettbewerbern in der Branche zu schaffen. Der Hauptgedanke dahinter ist, dass die Interessenten und Kunden das Charakteristische von Unternehmen und Marken schnell und leicht erkennen.

Ein hoher Wiedererkennungswert fördert Vertrauen in die Produkt- und Servicequalität, was sich wiederum in einer langfristigen Kundenloyalität widerspiegelt. In Zeiten der Digitalisierung und der sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram und Co. ist es besonders wichtig, auf sich aufmerksam zu machen und mit zentralen Differenzierungspunkten zu überzeugen. Ein unwiderstehliches Logo hilft dabei, den Namen und das Angebot von Unternehmen und Marken in Erinnerung zu behalten sowie positive Assoziationen auf Basis persönlicher Erfahrungen zu entwickeln.

Aus diesem Grund zielen die erfolgsorientierten Unternehmen und Marken darauf ab, mittels Logo ihre eigene Philosophie in den Vordergrund zu stellen. Die Einfachheit und Verständlichkeit genauso wie die Einzigartigkeit und Originalität von Logo haben die oberste Priorität. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass ein gutes Logodesign zeitlos und unabhängig von bestimmten modischen Erscheinungen ist. Das Logo muss in technischer Hinsicht skalierbar und reproduzierbar sein. Nur so kann es auf den unterschiedlichsten Werbekanälen eingesetzt werden.

Tipp 2: Kundenorientierte Website
Die eigene Website gilt als Visitenkarte und gehört heute zum Standard für alle Unternehmen und Marken, die im digitalen Raum sichtbar sein wollen. Es lässt sich erkennen, dass ein thematischer Blog mit wertvollen branchenrelevanten Beiträgen sowie ein Online-Shop mit einem breiten Angebot an Produkten oder Dienstleistungen einen integralen Bestandteil darstellen. Das liegt vor allem daran, dass die Unternehmen und Marken den wachsenden Erwartungen der Interessenten und Kunden nachkommen müssen, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Welche subjektiven Wünsche werden den Unternehmen und Marken gegenüber artikuliert? Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere der Branche und der jeweiligen Zielgruppe, an die ein Verkaufsangebot gerichtet ist. Nicht zu vernachlässigen sind die klaren Differenzen zwischen den Generationen, die eine sorgfältige Kundensegmentierung notwendig machen. Die jüngste Generation Z wird möglicherweise andere Präferenzen als die Millennials, die Generation X und die Baby Boomers zum Ausdruck bringen. Eine kundenorientierte Website ist der Erfolgsschlüssel.

Zusätzlich zu zielgruppenspezifischen Elementen, welche die Website ansprechend machen, sind allgemeine Trends und Werkzeuge in der Webgestaltung streng zu beachten. Damit sind gemeint eine hohe Benutzerfreundlichkeit und das gesamte Nutzungserlebnis, die sich in erster Linie durch eine verständliche Menüstruktur und die logische Abfolge von Bedienungsschritten sowie eine schnelle Ladezeit und ein responsives Webdesign verwirklichen lassen. Außerdem bietet eine kundenorientierte Website ein hohes Maß an Datensicherheit und alle nötigen Hintergrundinformationen, die den Kaufprozess erleichtern.

Tipp 3: Suchmaschinenoptimierung
Ein unwiderstehliches Logo und die Website mit einer gelungenen Customer Experience (CX) reichen oft nicht mehr aus, um die eigene Zielgruppe im Internet anzusprechen und für sich zu gewinnen. Die Suchmaschinen wie Google, Bing und Co. machen es für die Unternehmen und Marken immer schwieriger, unter der eigenen Domain gefunden zu werden. Zu Hilfe kommt die Suchmaschinenoptimierung (engl. Search Engine Optimization, SEO), deren primäre Aufgabe darin besteht, die Sichtbarkeit der Website und daraus folgend auch die Konversionsrate zu verbessern.

Den Aufbau und die langfristige Aufrechterhaltung einer hohen Position in den Suchmaschinen unterstützen verschiedene On-Page- und Off-Page-Maßnahmen. Grundsätzlich handelt es sich bei der On-Page-Optimierung um ein Bündel von Aktivitäten, die inhaltliche, strukturelle und technische Anpassungen innerhalb der Website zur Folge haben. Demgegenüber bezieht sich die Off-Page-Optimierung auf jene Aktivitäten, die abseits der eigenen Website erfolgen. Hierzu zählen unter anderem Linkbuilding, Social Signals, Public Relations und Brand Reputation Management.

Um ein besseres Ranking im Web langfristig zu erzielen, empfiehlt es sich, einen guten Mix aus On-Page- und Off-Page-Maßnahmen einzusetzen. Zudem ist es von Vorteil, eine Analyse der Suchmaschinenoptimierung in den regelmäßigen Abständen vorzunehmen. Google Search Console, Majestic und Searchmetrics sind nur ein paar Tools, die bei der SEO-Analyse ihre praktische Verwendung finden. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass ein gut konzipiertes Content Marketing und branchenrelevante Keywords einen positiven Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung nehmen.

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Tipp 4: Gezielte Online-Werbung
Während die Suchmaschinenoptimierung dafür sorgt, eine hohe Rankingposition für die Website und die dazu gehörende Domäne zu erzielen, hat die Online-Werbung eine andere Aufgabe. An erster Stelle ist sie darauf bedacht, die Produkte und Dienstleistungen im digitalen Raum zu vermarkten. Neben den allgemein bekannten Bannern, die auf der Website eines Magazins oder Blogs platziert werden, greifen immer mehr Unternehmen und Marken zu neuen Werbemöglichkeiten. Die Vielfalt von Werbeformen, die heute im Netz zur Verfügung stehen, hilft dabei, sowohl Marketing- als auch Branding-Aufgaben zu verwirklichen.

Unten folgt eine Übersicht über Werbeformen, die im Zeitalter des Internets eine nachhaltige Markenbildung und -pflege unterstützen:

  • Suchmaschinen-Anzeigen (engl. Search Engine Advertising, SEA) eignen sich für die Unternehmen und Marken genauso wie die Blogger und Online-Shop-Betreiber, die den Bekanntheitsgrad ihrer Website erhöhen wollen. Die gesteigerte Besucherzahl fördert nicht nur das Markenbewusstsein, sondern sie steigert auch Leads und Verkäufe. Zu den zwei häufigsten Anzeigenschaltungen in den Suchmaschinen gehören CPM und PPC.
  • Social-Media-Anzeigen erlauben den Unternehmen und Marken, ihre Markenbotschaft auf eine ansprechende Art und Weise zu präsentieren. Auch hier gilt die Devise: Nur die vertrauensschaffende und positive Emotionen hervorrufenden Werbekampagnen auf Facebook, Twitter und Co. haben einen Sinn. Einen positiven Trend verzeichnen die Videokampagnen, die für einen ganz persönlichen Ton sorgen.
  • Desktop und Mobile Feed Anzeigen wirken natürlich und nicht aufgezwungen, weil sie auf dem Desktop oder Mobilgerät von Webnutzern erscheinen. Als „vorgeschlagener Content“, der die persönlichen Präferenzen und Einstelllungen von Webnutzern berücksichtigt, lassen sie sich direkt in den Feed integrieren. Ein großer Vorteil von Desktop und Mobile Feed Anzeigen besteht darin, dass sie sich unter den unbezahlten Content mischen.
  • Retargeting (auch als Remarketing bekannt) ist eine stark personalisierte Werbeform, die auf ein individuelles Suchverhalten von Webnutzern schnell und genau reagiert. Bekunden die Webnutzer ihr Interesse an einem bestimmten Produkt oder Unternehmen, erhalten sie mit Hilfe von Retargeting passende Werbeeinblendungen. Deren Erinnerungsfunktion trägt zur Erhöhung der Konversionsrate und vermeidet die unnötigen Streuverluste.

Tipp 5: Gutes Content Marketing
Die gezielte Online-Werbung ist ein wichtiger, dennoch nicht ausreichender Bestandteil der Marketing- und Branding-Aktivitäten. Dies ist darin begründet, dass die Interessenten und Kunden viel skeptischer gegenüber der Werbung im digitalen Raum als früher sind. Die technologischen Innovationen ermöglichen ihnen, die lästigen Werbeeinblendungen zu unterdrücken und dadurch nur jene Medien oder Webinhalte zu konsumieren, die ihren persönlichen Interessen und Vorlieben entsprechen. Dieser Umstand veranlasst die Unternehmen und Marken dazu, nach wertvollen Alternativen zu suchen.

Dazu gehört unter anderem das Content Marketing, dessen primäres Ziel es ist, das Engagement von Webnutzern zu steigern. Die hochqualitativen Inhalte, die auf der Website veröffentlicht werden, haben ein großes Potenzial, die Aufmerksamkeit der Webbesucher zu gewinnen und die Verweildauer zu erhöhen. Überdies bieten die branchenrelevanten Online-Beiträge einen realen Mehrwert, weil sie die gewünschten Hintergrundinformationen liefern und konsequenterweise die Kaufentscheidungen im Internet erleichtern. Damit fördern sie nicht nur das Markenbewusstsein, sondern auch die Umsätze.

Das Content Marketing erfüllt seine Aufgabe nur dann, wenn es strategisch und technisch gut vorbereitet ist. Die bereitgestellten Webinhalte (beispielsweise Blogartikel, Fotoreportagen, Spotify-Playlisten und Video-Beiträge) müssen die eigene Zielgruppe tatsächlich ansprechen und zum Content-Konsum animieren. Es ist deshalb naheliegend, dass eine sorgfältige Zielgruppensegmentierung und -analyse der erste Schritt zum erfolgreichen Content Marketing sein sollte. Denn ohne die Ermittlung von kundenindividuellen Bedürfnissen ist es kaum möglich, mit Hilfe von Content die Kundenbeziehungen zu pflegen.

Tipp 6: Micro-Influencer finden
Die Interessenten und Kunden legen einen immer höheren Wert auf ihren persönlichen Lebensstil und Alltagsgewohnheiten, die Zufriedenheit und innere Erfüllung schenken. Besonders die jüngste Generation Z äußert ihren Wunsch nach Individualität, Mobilität und einem Gefühl von Freiheit. Die Lebensbereiche Erwerbsarbeit und Privatleben sind eng miteinander verzahnt, genauso wie Freizeit und Kaufverhalten. Die Einkäufe werden spontanerweise online getätigt und dürfen keine Einschränkung der Freizeit sein. Die jüngsten Konsumenten wünschen sich ebenfalls eine offene Interaktion.

Als Digital Natives verbringen sie viel Zeit im Internet, welches nicht allein einen Unterhaltungscharakter bekommt. Die Suchmaschinen und die sozialen Netzwerke sind vor allem der Ort, wo sie mit anderen Menschen in Kontakt kommen, nach einem Rat fragen und ihre Anliegen lösen wollen. Die Vertrauenspersonen im digitalen Raum gewinnen dabei stark an Bedeutung. Die Vielfalt individueller Nutzungsweisen von Webinhalten und die Bereitschaft zur Interaktion mit den Unternehmen und Marken schaffen neue Kommunikationswege und Möglichkeiten des Dialogs mit den potenziellen Kunden.

Die Micro-Influencer scheinen eine wertvolle Lösung zu bieten, weil sie aufgrund eines hohen Bekanntheitsgrades in der Zielgruppe vertrauenswürdig und überzeugend auftreten. Oft gehören sie der Zielgruppe an und kennen ihre Präferenzen sehr gut aus eigener Erfahrung. Als Vertrauenspersonen, die Teil der gleichen sozialen oder beruflichen Gruppe sind, erregen sie die nötige Aufmerksamkeit, um die Unternehmen und Marken in einem positiven Licht erscheinen zu lassen. Immer öfter wird auch den eigenen Mitarbeitern die Rolle der Micro-Influencer zugesprochen, indem sie als Gesicht der Marke fungieren.

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Tipp 7: Pull-Strategie planen
Die Interessenten und Kunden wünschen sich keine aufdringliche, allein auf dem Push-Prinzip basierende Werbung mehr. Dies betrifft das Online-Marketing sowie alle anderen Werbeaktivitäten in der realen Welt, in welcher die Zielgruppen und die werbenden Unternehmen oder Marken einander persönlich treffen. Um ein möglichst großes Interesse bei den potenziellen Kunden zu wecken, kombinieren heute die Unternehmen und Marken beide Strategien, wobei sie auf die spezifischen Besonderheiten und die wichtigsten Differenzen im Online- und Offline-Marketing achten müssen.

Für neu eingeführte Produkte und Dienstleistungen erweisen sich die Push-Strategien als nützlich, weil sie eine großflächige Platzierung auf dem Markt ermöglichen. Hier geht es vorrangig darum, den Markennamen in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, ohne dass ein zielgruppenorientierter Dialog geführt wird. Im Gegensatz dazu benötigen bereits etablierte Unternehmen und Marken verstärkt die Pull-Strategien, die einen strategischen Fokus auf eine direkte Ansprache der Endkunden setzen. Der Kunde und seine subjektiven Bedürfnisse nehmen eine besondere Rolle ein.

Die Pull-Strategie erfreut sich im digitalen Branding wachsender Beliebtheit, obwohl sie vergleichsweise teuer ist. Die höheren Kosten resultieren vor allem aufgrund des umfassenden Screenings der Zielgruppenbedürfnisse, ohne welches die Pull-Strategie unmöglich gewesen wäre. Je genauer die Zielgruppenanalyse, desto individueller können die Unternehmen und Marken ihre potenziellen Kunden ansprechen. Weil hier kein Druck auf den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen ausgeübt wird, scheinen die Kreierung und eine konsequente langhaltige Pflege eines positiven Markenimages leichter zu fallen.

Tipp 8: Vertrauensvorschuss
Die Neukundengewinnung im digitalen Raum ist eine große Herausforderung vor allem für neue Unternehmen und Marken, die ihren Bekanntheitsgrad konsequenterweise erhöhen müssen. Ein positives Image entsteht nicht über Nacht, sondern es ist vielmehr als langdauernder Prozess zu verstehen, in welchem Vertrauen und Sympathie eine besondere Stellung einnehmen. Die Unternehmensidentität darf daher die vertrauensschaffenden Elemente nicht vernachlässigen, um einen gelungenen Markteintritt zu ermöglichen und die eigene Zielgruppe so schnell wie möglich zu erreichen.

In Zeiten des Überflusses von Produkten und Dienstleistungen, die zunehmend online gehandelt werden, entscheidet oft der Ton über Erfolg oder Misserfolg. Nur jene Unternehmen und Marken, die ansprechend, vertrauenswürdig und kompetent in ihrem Branchenbereich wirken, haben die Chance, Neugier und Interesse zu wecken. Gelingt es ihnen, am Medium Internet überzeugend teilzunehmen, bauen sie das nötige Vertrauen und daraus folgend auch ein positives Image auf. Ein altes und bewährtes Sprichwort heißt: „Ein guter Ruf ist wertvoller als Geld“.

Viele digitale Kommunikationskanäle stehen heute den Unternehmen und Marken zur Verfügung. Die sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram und Co. werden verstärkt eingesetzt, um bei den Interessenten und Kunden Sympathie zu gewinnen. Die businessorientierten Plattformen XING und LinkedIn dienen vornehmlich zur Kontaktanfrage sowie zum Aufbau und der Pflege von Thought Leadership. Außerdem gewinnt das Influencer Marketing immer mehr an Bedeutung, weil es durch den Einsatz von Marken- oder Produktfürsprechern als Vertrauenspersonen einen Hauch von Einmaligkeit verleiht.

Zukunftstrend: Big Data im Branding
Die Zukunft gehört der Künstlichen Intelligenz (KI), die einen immer größeren Einfluss auf die Kommunikation im digitalen Raum sowie in der realen Welt nehmen wird. Die Technologieentwicklung schreitet in Richtung Big Data und birgt ein hohes Potenzial unter anderem für digitales Branding. Bereits heute kommen die intelligenten Chatbots zum Einsatz, die einen vollautomatisierten Dialog mit den Interessenten und Kunden führen können und damit ein positives Image vermitteln. Die KI-gestützte Interaktion zwischen Mensch und Machine wird höchstwahrscheinlich noch wachsen.

So können die Unternehmen und Marken auch in Zukunft ihre vertrauensbildenden Branding-Aktivitäten vielseitiger gestalten, indem sie die dynamischen und partnerschaftlichen Interaktionsformate zielgruppenspezifisch anwenden. Neben den oben angesprochenen Chatbots, die eine tägliche Kundenbetreuung im Netz schneller und effizienter machen, stellt das Digital Out-of-Home (DOOH) eine neue Möglichkeit, die Interessenten und Kunden außerhalb des Internets zu beeindrucken. Eine bewusste Verknüpfung von digitalen, virtuellen und realen Elementen scheint ein neuer Trend im Brand Management zu sein.

Nur eines bleibt gleich: Die Bildung einer starken Marke im digitalen Raum ist eine komplexe Aufgabe, die ein solides Fachwissen und eine Reihe von praktischen Fähigkeiten erfordert. Deshalb entscheiden sich viele Unternehmen und Marken dafür, die professionellen Dienste einer Werbeagentur in Anspruch zu nehmen. Dies stellt sicher, dass sich digitales Branding in den kompetenten Händen befindet und die B2B-Kunden auf ihre geschäftlichen Kernaufgaben und Prozesse fokussieren können. Die Werbeagentur Swiss Media Design steht im Fachbereich Branding jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.